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Corporate News | 29. Juni 2009
Ein Novum in der Medienlandschaft
Multimediaplattform der Jungfrau Zeitung komplettiert
Die Gossweiler Media AG stellte in Zürich den komplett überarbeiteten Web-Auftritt der Jungfrau Zeitung, den neuen Mobile Channel und weitere Anpassungen der Multimediaplattform Jungfrau Zeitung vor. Mit diesen Änderungen hat sich das Brienzer Unternehmen für die Zukunft gerüstet.

Die komplett überarbeitete Website der Jungfrau Zeitung überzeugt mit neuen Funktionen, wie einer neuen Suche, und einem tollen Design.
Screenshots: Eva Hensel
«Wir wollen zeigen, dass es in der Schweizer Medienlandschaft auch Beispiele gibt, die ihren Erfolg in der Innovation suchen und nicht auf die Subventionen des Staates hoffen, so wie dies der Verlegerverband tut», meinte Beat Kohler, Chefredaktor der Jungfrau Zeitung an einer Medienkonferenz in der Sihlcity in Zürich. Dort stellte die Gossweiler Media AG, Herausgeberin der Jungfrau Zeitung, ihre überarbeitete und erweiterte Medienplattform vor, die sie als die «umfangreichste und multimedialste lokale Newsplattform Europas» bezeichnet. Diese Plattform verknüpft eine neu gestaltete Website, einen Mobile Channel, den bestehenden Printout (die Zeitung in Papierform), einen neuen Podcast-Dienst und den bestehenden Broadcast-Output auf ProSieben Schweiz. Der neueste Dienst, der Mobile Channel, wurde am Freitag, 26. Juni, aufgeschaltet. Die Gossweiler Media AG ist der Überzeugung, mit dieser Plattform das Mittel für einen langfristigen Fortbestand gefunden zu haben. «Unser Ziel ist es, unser Bestehen unabhängig von der Entwicklung des Mediums Papier zu sichern», erklärte Verleger Urs Gossweiler vor den Medien.

Neu können Sie sich die Inhalte von jungfrauzeitung.ch auch sehr übersichtlich auf Ihr Handy laden.
Alles aus einer Hand
Als wesentlichen Teil ihrer Strategie bezeichnet die Gossweiler Media AG ihr voll integriertes System. Sämtliche publizistischen Inhalte für die verschiedenen Kanäle werden von der gleichen Redaktion auf dem hauseigenen webbasierten Workflow erstellt. Dazu gehören natürlich auch Bildinhalte und WebTV. «In der Branche geistert das Wort der 'eierlegenden Wollmilchsau' herum. Dies bezeichnet Journalisten, welche all diese Aufgaben erfüllen müssen. Unserer Erfahrung nach kann ein Journalist die verschiedenen Kanäle auf einmal bedienen. Verschiedene Beispiele beweisen das», erklärte Chefredaktor Samuel Günter auf eine kritische Frage. Auf der Verlagsseite kommt die Werbung ebenso aus einer Hand. Einmalig dürfte sein, dass bei der Jungfrau Zeitung sämtliche Inserate nicht nur in der gedruckten Version, sondern auch auf der Website und im Mobile Channel zu sehen sind. Die Anzeigen werden in einem selbst entwickelten System erfasst und mit den Websites der jeweiligen Anbieter verlinkt. Es sei mit dieser Pressekonferenz auch darum gegangen zu zeigen, dass die Gossweiler Media AG als erstes diese Integration geschafft hat. «Wir werden ganz sicher kopiert», prophezeite Gossweiler. Die Brienzer Firma geht davon aus, mit diesem Zusatznutzen im Werbebereich ein Mittel gefunden zu haben, Werbekunden unabhängig von der Entwicklung der gedruckten Zeitung halten und weiter ausbauen zu können. Damit will sie auch in Zukunft qualitativ hochstehenden Lokaljournalismus betreiben, ohne dass Publizistik und Werbung inhaltlich vermischt werden.

Derzeit wird die neue Plattform der Jungfrau Zeitung mit einer Plakatkampagne beworben.
Foto: Luke Huggler
Suchmaschinen die Stirn bieten
Ein wesentlicher Bestandteil des neuen Auftritts ist die Suchfunktion. Sie erlaubt es einerseits auf sämtliche Artikel, die seit der Gründung der Jungfrau Zeitung im Jahr 2000 erschienen sind, zuzugreifen. «Mit dieser Suche können wir die Arbeit der letzten zehn Jahre viel besser zur Geltung bringen», erklärte Oliver Brodwolf, Leiter Entwicklung der Gossweiler Media AG. Mit dieser Suche treten heute wieder Verbindungen zwischen Themen ans Tageslicht, deren sich selbst die Macher gar nicht mehr bewusst waren. Andererseits verspricht die Gossweiler Media AG, dass damit nicht nur redaktionelle Inhalte gefunden werden. Wenn ein Nutzer beispielsweise nach dem Stichwort Meiringen sucht, findet er nebst den Artikeln separiert dargestellt auch Gratulationen, Leserkommentare und zudem alle aktuellen Immobilienangebote oder alle aktuellen Gebrauchtwagen. Dies ohne ungewollte Treffer. Mit dieser Technologie geht die Gossweiler Media davon aus, eine Antwort auf die Herausforderung, die der Zeitungslandschaft durch die Online-Konkurrenz grosser Suchmaschinen wie Google erwachsen ist, gefunden zu haben. Wichtig dabei ist natürlich auch eine modern gestaltete und benutzerfreundliche Präsentation. Designt wurde diese bei allen Ausgabekanälen von Art Director Luke Huggler, der sich selber als das «visuelle Gewissen» des Unternehmens bezeichnet. Er, der auch noch für die Bilderwelt des Funky Kitchen Club zuständig ist, sieht jeden einzelnen Ausgabekanal als eigene Persönlichkeit, welche sich weiter entwickelt. «Manchmal muss ich ein wenig Distanz finden, um den ganzen Auftritt im Blick halten zu können», so Huggler.
Beeindruckte Präsentationsteilnehmer
Verschiedene Besucher der Medienkonferenz zeigten sich beeindruckt von der Präsentation und den klaren Antworten, welche das Team der Gossweiler Media AG auf die Fragen der Zukunft geben konnten. Anwesend waren auch verschiedene Zeitungs- und Verlagsspezialisten. Paul Matthias Schlecht von der deutschen Kreiszeitung ist selber auf der Suche nach neuen Lösungen für das Web. Der Ansatz der Gossweiler Media AG sei sehr interessant, wobei er sich für seine Plattform mehr Interaktion mit den Lesern wünsche. Sehr positiv wertete er die Tatsache, dass die Redaktion der Jungfrau Zeitung das Prinzip Web-first im Gegensatz zu vielen anderen Zeitungen wirklich lebt. «Die Entwicklungen und die Wichtigkeit des Internets werden im Heimmarkt der Gossweiler Media AG oft unterschätzt», erklärte ein Brienzer Unternehmer, der für die Präsentation nach Zürich gereist war. Viele ältere Kunden schätzten diese Dienste noch nicht. Es sei aber wichtig, dass ein kleines Unternehmen heute an der Spitze der Entwicklungen mitmische. In diesem Bereich sei ein Rückstand in fünf Jahren nicht mehr aufzuholen.
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