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SonntagsZeitung | 11. Juni 2006

Der Herbert ging an Hanspeter

Wieder mal ein Tourismuspreis für den Kurdirektor von St. Moritz


Preisträger Hanspter Danuser (2. v. r.) und Angehörige des «Alpen-Schawinskis» Urs Gossweiler (vorne): Sonne auf dem Veston und im Gemüt.


Dieser Mann strahlt wie die Sonne auf seinem Veston. Hanspeter Danuser, Kurdirektor von St. Moritz bekanntester Tourismusbotschafter des Landes und Alphornbläser, hatte am Freitagabend allen Grund zur Freude. Er war ins Grandhotel Giessbach über dem Brienzersee gekommen, um den mit 5000 Franken dotierten Preis Herbert abzuholen. Dieser ehrt Personen, die sich via Medien um den Alpenraum verdient gemacht haben, und wurde von «Jungfrau-Zeitung»-Verleger Urs Grossweiler heuer zum sechsten mal vergeben.


Preisträger Danuser, der seit mehr als einem Vierteljahrhundert die Schönheit des Nobelorts in aller Welt preist, lancierte im Grandhotel gleich seinen nächsten Coup: In der südchinesischen Millionenstadt Shenzhen entsteht bis 2008 ein Villenquartier mit Seen und grünen Hügeln für Superreiche: «St. Moritz Gardens». Der Klon soll 6000 Chinesen anziehen und das Schweizer Original in Asien weiter bekannt machen. «Leider können wir das Champagnerklima nicht in tropische Gefilde zügeln», lachte der 59-jährige, bevor er mit seiner um die Welt tourenden Alphorn-Kapelle, den Royal Mountain Tigers, ein Ständli blies.

Danusers Deal mit den Chinesen stiess auf Anklang bei den rund 200 Gästen, die sich über das Bayrische Buffet mit Weisswurst, Serviettenknödel und Krautwickerl hermachten. «Eine gute Idee», findet Schweizer Botschafter im Iran, Philippe Welti. Der Diplomat hatte seine Reise von Teheran nach Washington extra für eine Visite am Giessbach unterbrochen. «Das mit den grünen Hügeln liesse sich im Iran nur schwer verwirklichen. Vielerorts spriesst ja kein einziger Halm.» Lob gab es auch vom Berner Regierungspräsidenten Werner Luginbühl, der mit Gattin Barbara vor dem imposanten Wasserfall posierte. «Die Chinesen sollten halt einmal versuchen, dieses Naturschauspiel zu kopieren.»

Auf der Terrasse wähnten sich die Gäste bei Riesling und Weissbier bereits in den Sommerferien. Martin Muerner von Radio Beo und Ex-DRS-3-Chef Bene Luginbühl schwärmten von geplanten Biketouren im Oberland. Stark am Berg zu sein, behauptet Ex-«Tagesschau»-Chef Anton Schaller nicht. Er war vor Jahren am Titlis zusammen mit seiner Frau Geri abgestürzt, blieb zum Glück aber unverletzt. «Die Angst am Berg hat uns zusammengeschweisst.»


Stefan Abplanalp, Barbara Kleon und Karl Lüönd: Der Irokesenschnitt der italienischen Skirennfahrerin wurde witzig diskutiert


Nebenan amüsierten sich Gastgeber Gossweiler, wegen seines Gründerinstinkts auch «Alpen-Schawinski» genannt, under Bündner Ex-TV-Direktor Chasper Stupan sowie Ex-WWF-Chefin Carol Franklin mit Gatte Ruedi Engler. Sie blinzelten gemeinsam in den Sonnenuntergang.

Das Meeting zieht auch Branchenfüchse aus dem Mediengeschäft an. Je später der Abend, desto zahlreicher versammelten sie sich in Barnähe. Darunter etwa NZZ-Regionalzeitungschef Beat Lauber,«Tag»-Chef Peter Hartmeier, «Tele»-Chefredaktor Dominik Geisseler und Marius Hagger, Leiter der Migros Medien. Karl Lüönd musterte aufmerksam die anderen Gäste: «Es muss wohl eine Aktion im Brienzer Coiffeursalon gegeben haben», bemerkte der Publizist mit Blick auf den Irokesenschnitt der italienischen Skirennfahrerin Barbara Kleon, die mit Freund und Swiss-Ski-Trainer Stefan Abplanalp angereist war.

Danuser hatte sich längst seiner Blaskapelle zugewandt und freute sich mit den Kollegen über seinen Herbert. «Zum Glück kamen sie mit. Sonst würde ich gleich hier am Giessbach bleiben.»


Simon Bärtschi (Text) und Michael Würtenberg (Fotos)








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